Sonntag, 13. April 2014

Wilischlauf 2014

Samstag, 12.04.
Ja das soll ein Trainingslauf werden, ist die gemeinschaftliche Aussage. Ich bin mir über meine Leistungsfähigkeit nach 14 Tagen Urlaub nicht so richtig klar. 
Der Veranstalter hat die Langdistanz zugunsten von weniger Asphalt und mehr Wald- und Wiesenwegen um 3 km verkürzt. Es sind 26,8 km mit fast 600 HM zu absolvieren.
 Diddi ist mit dabei und will sich auch mal auf so einer langen Strecke versuchen.
Kurz nach 11 Uhr wird gestartet. Nun kommt sogar die Sonne ab und zu hinter den Wolken hervor. Die ersten Kilometer sind auf gewohnter Strecke. Nach der zweiten Querung der Autobahn biegen wir auf den ersten neuen Streckenabschnit ab. Ein schöner Waldweg, leicht bergauf, ab und zu Wurzeln, aber trotzdem gut laufbar. Wir sind ja erst 5 km unterwegs, da ist die Einlaufphase gerade durch ;-)
Dann geht es auf der Straße weiter. Das Stück kenne ich. Hier sind kurze Zeit vorher die Kurzstreckenläufer (9,5 km) durchgekommen. Doch es geht eher nach links weg als gewohnt, nun durch die Apfelplantagen. Es blüht wunderschön. Nur der Traktor, der die Bäume besprüht, stört die Idylle. Weiter leicht bergan bis zur nächsten Straße. Bekannter Weg bis Maxen wo es statt geradeaus nach rechts weg geht. Sackgassenschild und weiter auf Schotterpiste bergab. Eeehm das ist blöd. Die Augen tränen, ich seh nichts. Der Weg wird besser und geht weiter bergab bis Lungkwitz. Am Ortsende die nächste Getränkestelle. Ich merke es fällt mir schon ganz schön schwer und es sind erst knapp 15 km gelaufen. Weiter geht es auf einem Waldweg bergauf, erst allmählich und dann doch so, das ich gehe. Dann wieder laufen und wenn es steiler wird ... gehen. Kurz vor dem Gipfel des Wilisch wird es so richtig steil. Matti brüllt den Berg an. Endlich oben, bergab rollen lassen. Getränkestelle und nun Augen offen halten. Holprig, steinig, wurzelig geht es hinab bis Lungkwitz und auf der anderen Seite über den Wiesenweg wieder sehr steil bergauf. Noch eine Getränkestelle mit Wasser und Tee und Obst und Schokolade. Ich nehme Tee und Wasser. Mein Körper hat eh schon auf Protest geschalten. Immer wieder Mal ziepen die Seitenstiche, die Nase läuft vor sich hin. Es ist warm und ich mag nicht mehr. Kilometer 22 und wiedermal geht es bergauf. Doch nicht so steil und ich kann durchlaufen. Nach einem Stück Straße nun wieder Wiesenweg. Es läuft sich schwer, weil, man muss die Füße heben um nicht zu stolpern. Matti fängt an zu motivieren. Es sind noch 3 Kilometer bis zum Ziel. Den Abschnitt durch das romatische Tal mag ich, wenn nicht die ganzen Wurzeln und steilen Stückchen wären. Von hinten höre ich: " ganz locker bleiben, mach dich lang, es geht schön gerade und nun leicht bergab, da ist nichts passiert (ich war leicht umgeknickt), drück dich mit den Sprunggelenken mehr ab, Krönchen hoch, Steiss runter, locker bleiben ... ". Wir können eine Läuferin wieder überholen, die uns kurz zuvor eingeholt hatte. Irgendwann merke ich, mir ist schlecht. Tief atmen, kurz das Tempo etwas rausnehmen. Es wird besser. Wir sind raus aus dem Wald. Röhrsdorf ... links ... rechts ... Straße ... links in die Gasse ... bis zur Straße ... leicht bergab ... links ... und  bergauf ... steil ... ich muss gehen ... wieder anlaufen ... rechts links Zielgasse. Fertig. Fixundfertig.
 So sieht das aus, wenn mein Kreislauf sagt: "ich bin ganz unten"
 Der Veranstalter hat vorsorglichen den Sanidienst geholt. Mir ging es aber nicht so schlecht.
Aussage Matti: "Wir haben sie kaputtgespielt".
 Ich kann nach kurzer Zeit schon wieder lachen.
 Diddi hat sich mit einer Spitzenzeit den 2. AK-Platz erlaufen.
Meine Zeit über die 26,8 km 2h54.

Heute habe ich Muskelkater :-o .  
Danke Diddi für die Fotos. Die ganz schlimmen Bilder sind der Zensur zum Opfer gefallen.

Kommentare:

  1. Also wirklich, Matti, sowas tut man nicht! Liebe Mit-Läuferinnen sind doch kein Spielzeug!

    Andererseits: Was hättet ihr machen sollen, liebe Tati - mitten in der Pampa liegen bleiben ist auch keine Option. Herzlichen Glückwunsch zum tapferen Durchbeißen. Ist ja alles gut gegangen. Und sobald du dich richtig erholt hast und der Muskelkater weg ist, ist der wackelige Kreislauf auch vergessen.

    Liebe Grüße,
    Anne

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  2. Du hättest dich auch von den Jungs Huckepack nehmen und die weiteren Kilometer (ab;)schleppen lassen können - dann hätten sie die eingebrockte Suppe auch ausgelöffelt *s*

    Ist aber auch eine ganz schön heftige Strecke für so kurz nach dem Urlaub, Klimawechseln und damit reichlich körperverwirrenden Faktoren. Glückwunsch zum Durchbeißen!

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  3. Danke ihr Beiden, ich werde es Matti ausrichten, das mit dem Tragen. Er hatte am Sonntag in Leipzig seinen HM zu laufen. Da war er dann richtig schnell - 1h32 :-D .
    Kreislaufmäßig kenne ich ab und zu solche Situationen schon. Mein niedriger Blutdruck ist schuld. Heute versuch ich mich mit einem lockeren Läufchen. Hoffentlich hält das Wetter durch und verpasst uns keine Dusche unterwegs.

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